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    Verein Furka Bergstrecke - Sektion Stuttgart e. V.

 

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  Bauwoche 2023

Der Treffpunkt war wie im letzten Jahr der Busbahnhof in Sindelfingen. Diesmal war ich pünktlich und es hat nicht geregnet. Meine Reiseleitung hatte wieder etwas Besonderes mit mir im Sinn.

Stromwechselstelle Herblingen

Bis zu diesem Moment war ich doch tatsächlich der Annahme, dass alle Züge mit dem gleichen Strom fahren. Weit gefehlt. Rainer hat mich mit ins Schilf genommen, d.h. er wollte. Dank der Schweizerwanderkarte auf dem Handy konnte ich ihn davon überzeugen, dass es seinen erhofften Weg nicht gibt.

Rainer mit Fotoapparat
 
Rainer auf der Pirsch

hözerner Hutzelmann
 
der Hutzelmann denkt sich seinen Teil ...

Kein Grund für Rainer von seinem Vorhaben abzulassen. Der hölzerne Hutzelmann hat sich wohl seinen Teil gedacht. Nach einigen Aufnahmen im Schilf konnte ich mich doch tatsächlich etwas revanchieren.

Aus meinen Kindererinnerungen kannte ich eine Werksbahn bei Schaffhausen, die Rainer noch nicht kannte. Ein tausendstel Pluspunkt für mich. Tatsächlich haben wir in einem Fabrikhinterhof auch noch Gleise gefunden. Auch ein kompletter Zug war ausgestellt, allerdings an einer Stelle, wo früher keine Gleise lagen.

Von Schaffhausen ging es dann nach Uzwil. Die Dampflokwerkstatt wurde strategisch eingekreist. Schließlich wurde sogar noch ein Parkplatz für das Wohnmobil gefunden. Und dann stand sie vor uns, ohne Kesselverkleidung und Dach am Führerstand.

Hg 4/4 Nr. 708 in der Werkstatt
 
die 708 in Uzwil - fast fertig

Bei einer extra für uns gemachten Führung erfuhren wir, dass noch einige Leitungen fehlen und es wohl nichts wird mit der Präsentation am Jubiläum. Trotzdem war es ein toller Anblick. Über 50% Neubau, ein Prachtstück für die Strecke. Der Werbeblock für eine neue eigene Werkstatt hat natürlich nicht gefehlt.

Für uns ging es weiter nach Wasserauen, historische Appenzellerbahn.

Waggon der Appenzellerbahn
 
bei der Appenzellerbahn

Und nun stellt sich das richtige Furka-Feeling ein - Regen. Nicht nur ein bisschen sondern richtig Regen. Die Weiterfahrt über Gais nach Altsätten hatte den Grund, dass wir den Hinweis bekamen, dass in Altstätten noch alte Gleise auf der Strecke zum Bahnhof liegen. Entweder hat uns der Regen die Sicht genommen oder die Gleise waren schon weggespült.

Über Mels (Enkeltochterbesuch) ging es dann weiter nach Einsiedeln. Dampf in Kleinformat bis uns die Nacht ins Womo trieb. Wir waren ja auf dem Weg zur Furka, also musste es regnen - zwangsläufig.

Saurer Postbus
 
Saurer Postbus

Auf der Strecke nach Schwyz noch einen alten Saurer Postbus erlegt und dann mit Hilfe der Wanderkarte endlich einen Durchbruch auf die Lärmschutzwand freie Seite der Gotthardbahn gefunden. Als ob wir geahnt hätten, dass dieser Sonntag der letzte ohne Störung ist.

Ankunft in Realp

Nicht 3 sondern 4 Wohnmobile standen an der Wagenhalle. Nach dem Gepäckausladen waren es dann 5. Großes Hallo bei den bekannten Gesichtern. Vorsichtiges Begrüßen der Frischlinge. Meine Ansage zuerst werden die Neuen verheizt, nahm sich doch einer sehr zu Herzen. Ich habe es ehrlich nicht so gemeint, ehrlich.

Einweisung in die Arbeit der nächsten Woche.

Welche Überraschung 3 Tage Tunnel und dann Vegi. Lichtblick am Freitag Schotter in Säcke füllen ließ zarte Hoffnung auf Maschineneinsatz aufkommen.

Montag Morgen

Tante Furka hatte eine neue Überraschung parat. Kein Regen aber dafür Schnee. Der Furkapass lag unter einer Puderzuckerdecke als wir uns nach Muttbach aufmachten. Wir mussten pünktlich sein, denn die Fremdfirma kostet richtig Geld. Gut dass die Fronis eben nur da sind.

Bauzug
 
der Bauzug

Am Tunnel angekommen hatte es sich der Generator überlegt das Wochenende etwas zu verlängern. Er sprang nicht an. Erst ein Batteriewechsel brachte Erfolg. Mit dem neuen Gerüstwagen ging es dann endlich in den Tunnel. Der Fronianteil bei der Arbeit war überschaubar. Wasserschlauch von einem Behälter in den anderen wechseln, nichts mit dem auch ich überfordert war.

im Tunnel
 
im Tunnel

Die beiden "Profis" unterhielten sich auf Englisch, oder das was sie dafür hielten. Der Spritzenmann war Portugiese und der Maschinenmann war ein Italiener. Was sie beide konnten war eine Mischung aus allen Sprachen, aber es klappte und ein Teil des Gunit blieb auch am Gewölbe. Für den Rest waren wir Fronis dann vor der Mittagspause zuständig. Dieser Rest waren ca. 6 cm Beton an allen nur denkbaren Stellen des Gerüstwagens.

Station Furka
 
Station Furka

Dies galt es während der Zeit die man benötigte das Silo zu füllen wieder vom Wagen zu entfernen. Es geht und danach hatte niemand mehr kalt. Übrigens, so wie das Zeug an der Unterseite der Runden Handlaufstange hielt wird es wohl auch an der Tunneldecke halten, wo sollte es ohne Fahrkarte auch hin.

Donnerstag

heute ist Grünpflege angesagt. Um es vorweg zu nehmen, ich entschuldige mich bei allen die diese Arbeit bisher gemacht haben in aller Form. Ich hatte sie insgeheim etwas belächelt. Was ist schon dabei ein bisschen Rasen mähen und ab und zu ein Zweiglein abschneiden.

Einweisung zur Grünpflege
 
Einweisung zur Grünpflege

Eine große Truppe fand sich am Bahnübergang Muttbach ein. Scharfe Einweisung durch Papst Pius. Dann ging es los. Schon auf dem Weg zur Baustelle wurde mir klar, dass ich mit meinen Vorstellungen von Grünpflege etwas daneben gelegen bin. Armstarke Erlen mit einer Länge von bis zu 6 m erwarteten uns. Tante Furka sah uns im wahrsten Sinn des Wortes lächelnd zu. Ich weiß nicht wie viele Grad es hatte, aber es waren deutlich zu viele. Wolkenloser Himmel und die schattenspendenden Erlen wurden in einer Geschwindigkeit von einem Forstwirt abgesägt, dass ich nicht wusste, soll ich schwitzen oder schnaufen. Zum Mittag ging es nach Gletsch in die Remise.

Pause
 
Pause

Nach der Pause ging es zurück in die grüne Hölle. Irgendwie war der Weg am Morgen zur Baustelle deutlich kürzer. Die Wassergrabentruppe hatte ziemlich zu uns Grünspechten aufgeschlossen. Langsam wurde mir klar was Papst Pius mit den Steinen meinte. Im dichten Grün am Morgen waren die Miniausgaben der Furka und des Grimsel nicht zu sehen. Nun lagen sie da und ließen sich weder mit guten Worten noch mit Muskelkraft bewegen. 3 Kilo Dynamit. 1 Kilo für den Stein und 2 Kilo für den Spaß meinte der Forstwirt. Eine Sichtweise die ich sehr gut nachvollziehen kann.

Bachdurchlass

Den Schilderungen von Rainer zu Folge war auch hier einiges geboten.

Baustelle Bachdurchlass
 
am Bachdurchlass

Zwei Bagger im Einsatz, ohne mich, eine Tatsache die ich mir immer noch nicht so recht vorstellen kann. Kurt wird seine Gründe dafür gehabt haben den Dilettanten und die Bagger räumlich so zu trennen, dass gar nicht erst der Gedanke ans Baggerfahren bei mir aufgekommen ist.

Schotter planieren

In den verschiedenen Tunnel wurden Suchschlitze für die Geologen ausgehoben. Die Aufgabe unserer Truppe um Ulf war nun diese Schlitze wieder zu schließen. Diese Arbeit wurde bis auf eine Kleinigkeit sehr zeitnah und unter Aufsicht unseres Apothekers sehr schnell erledigt.

Wolfgang mit Schubkarre
 
der Apotheker bei der Arbeit

Einzig die Schottersteine 11853 und 14597 blieben verschollen. Eine Arbeitsgruppe sucht nun nach diesen beiden Steinen.

Schotter einfüllen

Nach dem ich am Donnerstag am eigenen Leib erfahren habe, dass Körpereinsatz doch tatsächlich mit Bewegung und Kraft zu tun hat, bot sich am Freitag die Möglichkeit dies von einer Maschine erledigen zu lassen - so der Gedanke. Aber wir sind ja an der Furka. Trotz Zertifikat zur Befähigung des Radladerfahrens lies sich dieser nicht dazu überreden sich zu bewegen. Klack Klack war der einzige Beitrag den der CAT 908 von sich gab. Es mag sich ja unter den Baumaschinen herumgesprochen haben, dass CAT jetzt nicht gerade mein Hersteller ist, aber ist das genügend Grund sich einfach zu verweigern. Auch Ulf vermochte es nicht dem Teil mehr als ein Klack-Klack-Klack zu entlocken. Wir beide waren uns dann einig, es liegt wohl an der Batterie. Wir haben sie auch nach längerem Suchen gefunden. Zwischenzeitlich erhielten die Großkantönler noch den hilfreichen Schweizerhinweis doch den Hauptschalter einzuschalten. Er war es übrigens bereits. Auch eine Schweizerdrehung desselben brachte nur ein Klack-Klack. "Wird wohl die Batterie leer sein" Ladegerät oder Starthilfe besorgen war angesagt. Eine Kleinigkeit erschwerte das Ganze unmerklich. Der CAT stand sehr weit von der nächsten Steckdose entfernt. Die Kabeltrommeln für 220 Volt waren noch weiter weg. In den unendlichen Lagern des Depots fand sich dann eine geladene Batterie. Allerdings konnte ich meinen Triumpf nicht auskosten, weil Ulf in der Zwischenzeit mit Wolfgang zusammen eine Schnellladerstarthilfe organisiert hatte. Das Ding heißt Schnellader weil es schneller war als ich. Kurzum der CAT sprang an.

Rückspiegel
 
endlich geht es weiter...

Nach dieser Verzögerung galt es den Schotter in Big-Packs zu verladen, ohne dass zu viel daneben geht. Offensichtlich hat Ulf erkannt, dass ich so ganz kampflos den Radlader nicht wieder hergeben werde, er hat sich deshalb den Stapler genommen und die gefüllten Säcke verladefähig gestapelt. Wolfgang schließlich war für den Apothekerknoten an der Unterseite zuständig und hat genau nach 2453 Schottersteinen gestoppt, gut manchmal waren es 2454 Steine. Dies ist übrigens sehr leicht nachprüfbar, man muss nur den restlichen Schotterhaufen zählen und die 10*2453,5 Steine abziehen und schon stimmt die Inventur wieder. Es gab doch vorher eine Zählung? Wir erwähnen jetzt nicht, dass ich etwas Dreck mit verladen habe und Ulf einen gefüllten Sack beschädigt hat.

Kabel aufrollen

Kabelrolle
 
Kabel werden aufgewickelt

Die Suche nach Fronis mit langer Leitung war nach kurzer Diskussion erfolgreich abgeschlossen. Von vorneherein war mitdenken nicht sonderlich gefragt, so dass ein Aufwickeln ohne Absprache mit der Hierarchie noch in der zugfreien Zeit erfolgte.

Kiestransporte

Zu den Kiestransporten kann ich nicht viel sagen. Das Kieswerk steht noch und der Transporter mit Hänger ist noch funktionsfähig.

Kleintransporter
 
der Transporter für Mensch und Material

Nach meinen Infos hat sich auch kein Kieswerkmitarbeiter über die Apothekerangaben beim Einfüllen beschwert, also auch bei dieser Aufgabe einen Haken dran.

Bleibt noch über das Highlight der Woche zu berichten. Der gemeinsame Abend in Zumdorf.

Baugruppe Stuttgart / Aarau
 
das Team ...

beim Essen
 
... beim Abendessen

Meine zarten Hinweise auf eine reisfreie Verköstigung waren auf Grund der weltpolitischen Lage auf fruchtbare Ohren gestoßen. Die beiden Sektionen haben den Chinesen keine Interventionsgründe geliefert. Wir haben uns alle mit Fondue oder à la carte verköstigt. Wie immer gab es viel zu besprechen wie man die Welt im Allgemeinen und die Bergstrecke im Besonderen verbessern kann. Als Dilettant habe ich mich still verhalten und war stets darauf bedacht genügend Brot auf dem Teller zu haben.

Fazit

Ich bin mir sicher, das Wetter für die Furka wird in Aarau gemacht. Wir sollten uns daher in Zukunft wieder mit den Aargauerkollegen zusammen tun, es ist einfach schöner oder besser gesagt trockener. Dreimal haben sie mich schon wieder aus dem Tunnel gelassen, das gibt mir Hoffnung.

Ich hoffe, es gibt ein Wiedersehen in 2024, ach ja, die Mitarbeit in der Wagenwerkstatt ist auch für Großkantönler möglich. Es macht Spaß und es gibt am Ende ein Vesper. Für Schwaben eigentlich zwei ausreichende Gründe.

Der Dilettant

(Peter Krauß)

 

23. Januar 2024

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